Ein EarlyBird Wiesn Besuch morgens um 10 Uhr auf der Wiesn ist ein besonderer Genuss, da ich weder Menschenmassen noch Betrunkenen ausweichen muss. Wenn die Wiesn langsam erwacht ist ein entspanntes Frühstück im Café Kaiserschmarrn der ideale Start.

Direkt neben dem Eingang des kleinen Wiesn-Zeltes, das von der Münchner Traditionsbäckerei Rischart erst seit ein paar Jahren betrieben wird, begrüßt einen direkt der Namensgeber als erster Augenschmaus  – der Kaiserschmarrn, der vor den Augen der Besucher frisch in einer riesigen gusseisernen Pfanne zubereitet wird und mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Daneben türmen sich in einer langen Vitrine Tortenstücke und allerlei süßes Gebäck. Doch für einen gesunden Start in den Wiesn Tag wird erst einmal Müsli und Obstsalat geordert. Dem traditionellen Kaiserschmarrn mit Marillen- und  Zwetschengenröster kann ich natürlich nicht widerstehen. Er ist super-lecker und macht seinem Namen alle Ehre.

Das Café Kaiserschmarrn ist von außen an seinem  Zuckerbäckerstil in Form eines Märchenschlosses zu erkennen mit mannshohen Tassen und überdimensionierten Torten, der sich auch im Inneren wiederfindet. Vielleicht an der einen oder anderen Stelle schon etwas zu viel des Guten, aber für eine Bäckerei auch wieder sehr passend.

Bier darf hier nicht ausgeschenkt werden, dafür aber Champagner, Prosecco und alle Arten von Cocktails an der runden Bar in der Mitte des Zeltes. In diesem Jahr ist der von der Lantenhammer Destillerie aus Hausham kreierte Gin Chilla Spritz brandneu im Angebot und soll so erfrischend wie der Schliersee sein. Für den leuchtend grünen Cocktail war es mir dann aber noch etwas zu früh am Tag. Ab dem Nachmittag heizt den Gästen eine Band ein und abends tobt wohl auch hier die Menge zu den Wiesn Hits was man früh am Morgen sich kaum vorstellen kann.

Nach soviel Süßem brauche ich dringend etwas Herzhaftes. Daher geht es weiter zum Wiesn Zelt der Hühner- und Entenbraterei Ammer zur Mittags-Wiesn. Was man von außen erst einmal nicht vermutet, im Inneren des Zeltes herrscht ein wohltuend reduzierter Stil. Die Wände schmücken alte Schwarzweiß-aufnahmen, die die traditionsreiche Geschichte des bereits 130 Jahre alten Ammerzeltes dokumentieren.

Selbst Karl Valentin und Liesl Karlstadt gehörten zu den Besuchern des kleinen Wiesn Zeltes, das an Tradition und Gemütlichkeit den großen Zelten jedoch in nichts nachsteht.

Eine gemütliche Atmosphäre zaubern vor allem die Wirtshausmusiker unter der Leitung von dem Original Josef Zapf, die täglich von 12 bis 17 Uhr in wechselnder Besetzung traditionelle Musik zünftig und ohne jeglichen Klimbim aufspielen. Am Abend wird selbstverständlich auch hier zu den aktuellen Wiesn Hits von der Band Isartraumschiff auf den Bänken getanzt. Ich habe schon für internationale Gruppen Plätze im Ammerzelt am Abend organisiert, die von der Atmosphäre absolut begeistert waren.

Für Mittag finde ich die melodische Wirtshausmusik sehr angenehm, da man sich daneben auch noch unterhalten kann. Zum musikalischen Schmaus gibt es kulinarisch ein schmackhaftes Brotzeitbrettl mit Radi, Käse von Naturland und Fleischpflanzerl. Sehr zu empfehlen ist der schmackhafte Obatzda. Als bekennender Bio Fan gefällt mir, dass viele der Speisen auf der Karte in Bio-Qualität angeboten werden. Hierzu zählt vor allem das Bio-Hendl, das ich natürlich noch probiere. Außen schön rösch und innen zart. Die Ente überlasse ich meiner Begleitung. Selbst für Vegetarier ist hier gesorgt mit Semmelknödelröster. Den Nachtisch lassen wir ausfallen nach soviel Genuss.

Mir persönlich gefällt die familiäre Atmosphäre in den kleinen Wiesn Zelten sehr. Selbst auf der stets quirligen Wiesn lässt sich so wunderbar ein entspannter Vormittag verbringen.